Nach der Festnahme eines bewaffneten Mannes nehmen die Beamten die Ermittlungen zu den Geschehnissen auf

"Es relativiert sich sehr deutlich"

13.09.2021 | Stand 13.09.2021, 20:52 Uhr
Waffe −Foto: Karmann, dpa

n der Nacht zum Sonntag hat ein bewaffneter Mann – wie berichtet – einen Großeinsatz der Neuburger Polizei ausgelöst. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass es sich wohl um rein körperliche Auseinandersetzungen in der Neuburger Innenstadt gehandelt hat. "Es relativiert sich sehr deutlich", sagt der stellvertretende Polizei-Dienststellenleiter Sebastian Dorsch und vergleicht die bisherigen Erkenntnisse mit den ersten Eindrücken.

Die Schwierigkeit für die Beamten bestand in der Nacht, in der ein 18-Jähriger aus Neuburg und ein 22-jähriger Pöttmeser blutende Wunden von einer Auseinandersetzung davongetragen hatten, die Lage aufzuklären. Wie Dorsch berichtet, haben die Polizei mehrere Meldungen über einen bewaffneten Mann in der Neuburger Innenstadt erreicht, auch von Schüssen sei die Rede gewesen. Letztlich hatte es sich bei der Waffe nur um eine sogenannte Softair gehandelt. Diese sind echten Handfeuerwaffen aber meist bis ins kleinste Detail nachempfunden. 

"Die sind auch für uns auf den ersten Blick nicht von einer echten Waffe zu unterscheiden", sagt Polizeihauptkommissar Dorsch. Deshalb könne man keinem der Mitteiler einen Vorwurf machen. Dass tatsächlich Schüsse gefallen sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht auszuschließen, aber Dorsch hält es für fraglich. Normalerweise bekämen es nur direkt umstehende Personen mit, wenn aus einer Softairwaffe geschossen wird. "Da gibt es oftmals eine falsche Wahrnehmung", sieht Dorsch als mögliche Erklärung für die gemeldeten Schüsse. 

Die Polizisten, die mit mehreren Streifen in der Stadt unterwegs waren, gingen zunächst vom Ernstfall, sprich, einer geladenen, scharfen Waffe aus. Weil unter den Mitteilungen auch solche von Gastronomen waren, die ihren Gästen geraten hatten, das Lokal nicht zu verlassen, lag der Fokus der Beamten zunächst darauf, eine Gefährdung für Unbeteiligte zu verhindern. Gegen 2 Uhr fanden Polizisten schließlich den mutmaßlichen Täter in der Fischergasse, seine Waffe fischten die Polizisten aus einem Brunnen. 

Zuvor hatten sie bereits den 22-jährigen Pöttmeser im Bereich des Hofgartens gefunden. Beide Männer hatten blutende Kopfwunden. Im Raum steht, dass der 18-Jährige seine Softair als Schlagwerkzeug gegen den Pöttmeser eingesetzt hat. In Bezug auf den Neuburger ermittelt die Polizei im Moment, ob Verstöße gegen das Waffenrecht vorliegen. Sowohl der 18-Jährige als auch der Pöttmeser, die beide in Krankenhäusern behandelt werden mussten, werden in den kommenden Tagen vernommen.

Der 22-Jährige, von dem vermutet wird, dass er gewalttätig geworden ist, steht ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. "Wir bewegen uns da im Bereich der Beleidigung, der Bedrohung und der Körperverletzung", berichtet Polizeihauptkommissar Dorsch. Die Beamten konzentrieren sich ebenfalls darauf, die Gruppe junger Männer zu finden, die für die Kopfverletzung des 18-Jährigen verantwortlich sind. (ty)