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Warum Nico Rosberg ingolstadt-today liest

Nico Rosberg. Foto: Mercedes21.01.2019 - 08:58

Der Artikel über den THI-Professor Jörg Wellnitz und seine Meinung zur Elektro-Mobilität hat weltweite Reaktionen hervorgerufen

Von Michael Schmatloch

Warum liest Formel-1-Star Nico Rosberg ingolstadt-today? Mit einem gesteigerten Interesse an Ingolstadt hat das wenig zu tun. Aber mit seinem Interesse an alternativen Treibstoffen, seinem Engagement für green energy. Deswegen hat er Professor Jörg Wellnitz „angefunkt“, als er dessen Einlassungen zum Thema E-Mobilität bei uns online gelesen hatte. 

„Ich habe das zuerst für einen Witz gehalten und die Mail gelöscht, bis ich gemerkt habe, das ist wirklich Nico Rosberg“, erzählt Jörg Wellnitz, „er hat mir sein Netzwerk und seine Kontakte in Sachen alternative Treibstoffe zur Verfügung gestellt und war sehr interessiert an meinem Standpunkt.“

Und nicht nur Rosberg zeigte reges Interesse an den Daten und Fakten von Jörg Wellnitz. „Ich hätte nie gedacht, dass das so einschlägt“, sagt er. Und das hat der Artikel allemal. Alleine im online-Portal von ingolstadt-today haben knapp 400 000 Leser auf den Artikel „Der sinnlose Traum von der elektrischen Zukunft“ geklickt. Ein sensationeller Wert. „Die Reaktionen waren überwiegend extrem positiv“, erzählt Wellnitz weiter, „natürlich gab es auch einige, die die Fakten anzweifeln und gefragt haben, wie ein Professor so etwas sagen könne.“

Jörg Wellnitz

 

Doch die „Rückendeckung“, wie Wellnitz es formuliert, überwog bei Weitem. „Mich haben zahlreiche Konzernsprecher angesprochen, Leute, die mir weitere Informationen zu dem Thema geben wollen.“ Auch eine Arbeitsgruppe bei Audi, die sich mit alternativen Treibstoffen beschäftigt, fand – so Welltnitz – den Artikel „sensationell“. Viele Professoren hätten ihn gefragt, ob sie ihn zitieren dürfen. Und der Satz „Endlich sagt mal einer was“ prägt zahllose Mails, die Wellnitz bekommen hat. „Die Menschen merken, dass es wichtiges Zeitthema ist“, so Wellnitz, „und viele merken, dass von den Politikern Dinge erzählt werden, die so einfach nicht stimmen.“ Wellnitz fühlt sich in jedem Fall bestärkt durch die unzähligen Reaktionen: „Die haben gezeigt, dass man etwas losgetreten kann, wenn man so ein Thema anschneidet.“ Auch bei den Medien. Springer, Hamburger Morgenpost, intv. Viele Zeitungen und Sender wollen mit dem „aufmüpfigen“ Professor einen Beitrag produzieren.

Einige jedoch sehen in Wellnitz auch einen „Ketzer“, fragen sich, wie ein THI-Professor so etwas seinen Studenten erzählen kann. Und das an einer Hochschule wie der THI Ingolstadt, die auf diesem Gebiet forscht. THI-Chef Walter Schober zeigte sich nach der Veröffentlichung irritiert und sagte seinem umtriebigen Professor – wie der uns erzählt – dass Hochschulmitarbeiter verunsichert seien. Und dass die Hochschule erstmals ein sehr konträres Bild nach außen liefere.

Dabei steht gerade das einer Hochschule gut zu Gesicht, belegt es doch, dass an einer Forschungseinrichtung wie der THI die Gedanken frei sind. Gerade das bestärkt doch den Glauben an eine unabhängige Forschung und Lehre. Und hat den Namen der Technischen Hochschule Ingolstadt gsnz nebenbei an Orte getragen, an denen man nie zuvor von einer THI gehört hatte. Der Artikel über Jörg Wellnitz wurde in der Tat weltweit gelesen, fand sein Echo in zahlreichen Medien bis hin zum wallstreet journal.

„ Es ist einfach ein Glaubenskrieg, der um die E-Mobilität entbrannt ist“, weiß Jörg Wellnitz, der aus dem Spannungsfeld der Reaktionen von überschwänglichem Lob und Jubel bis zur totalen Ablehnung eines mitgenommen hat: „Ich würde es wieder so sagen.“

Toll findet Wellnitz es auch, dass die Stadt Ingolstadt sich just eine Woche nach Erscheinen des Artikels und dem Glaubensbekenntnis des Professors zum Wasserstoff als der Energiequelle der Zukunft dem Arbeitskreis Wasserstoff angeschlossen hat. „Endlich“, wie Wellnitz es kommentiert, „das ist eine ganz tolle Sache. Die Stadt hat im richtigen Moment das Richtige getan. Ingolstadt kann mehr machen, als E-Säulen aufstellen.“

„Wir lösen die Probleme der Welt nicht mit Strom, der selbst bei uns nicht aus erneuerbaren Energie gewonnen wird“, so Wellnitz, „es bleibt spannend.“

Zum Artikel:

Der sinnlose Traum von der elektrischen Zukunft

 

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