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Siebenjähriges Mädchen missbraucht

20.09.2017 - 10:10

Der Prozess gegen den 25-jährigen Flüchtling verzögert sich, weil er nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft verschwunden ist

(ty) Der Missbrauchsprozess gegen einen 25-jährigen Flüchtling am Neuburger Amtsgericht verzögert sich weiter. Der Angeklagte, der nach dem letzten Verhandlungstag im Frühjahr vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen worden war, ist gestern nicht zur Verhandlung erschienen.

Jugendrichter Gerhard Ebner erließ daraufhin erneut Haftbefehl gegen den Nigerianer. Seit Juli hatte er sich trotz Meldeauflage nicht bei seinem Betreuer gerührt. Nur mit Verteidigerin Andrea Kremer habe er vor Kurzem Kontakt gehabt. Sein derzeitiger Aufenthaltsort sei aber unbekannt. Die Polizei sucht ihn nun.

Wie berichtet, soll sich der junge Mann im August 2016 zweimal an einem siebenjährigen Mädchen vergangen haben. Beide Taten sollen sich in Neuburg abgespielt haben, einmal in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, wo auch das mutmaßliche Opfer mit seinen Eltern untergebracht war, und einmal in der Nähe des Landratsamtes. Dort soll der Flüchtling das Kind jeweils in eine dunkle Ecke gezerrt und es mit einem Finger missbraucht haben.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe an den vergangenen Prozesstagen vehement bestritten. Das Mädchen hatte den Angeklagten jedoch schwer belastet. Es war auch gestern mit seiner Familie im Gerichtssaal. Ebenso eine Gutachterin, die die Glaubwürdigkeit des Kindes untersucht hat. Sie sollte gestern eigentlich ihre Ergebnisse vorstellen. Die Erstellung des Gutachtens hatte mehrere Monate gedauert. Weil der Angeklagte bereits vorher mehrere Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte und nicht noch weitere Monate im Gefängnis verbringen sollte, wurde er im Frühjahr vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Nun wird nach ihm gefahndet.

Von Sebastian Schanz