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Eine Idee aus der Ära Schnell

11.10.2017 - 09:15

Wieder einmal diskutierten die Stadträte über die Möglichkeiten, den Hallenbadparkplatz zu erweitern

(ty) Die Idee stammt noch aus der Ära Schnell. Pläne für ein Parkdeck am Hallenbad begutachtete der Stadtrat schon 2001. Daraus geworden ist nie etwas. Das alte Hallenbad Mitte ist inzwischen abgerissen worden, an der Stelle entsteht eine Jugendherberge. Und dazu auch ein kleines Parkhaus? Aus städtebaulicher Sicht wird das schwierig, sagte Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle gestern in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.  Die Herberge dürfe nicht hinter einem Parkdeck liegen. "Sie braucht eine Adresse in der Stadt, einen freien Zugang und eine Anfahrt für Busse." Zudem müsse man die Wege von der Jugendherberge zum Jugendzentrum Fronte 79 sowie zum Sportbad immer mitdenken.

Die Situation hier sei sensibel, aber die Lage des Gebäudes einmalig. Auf der einen Seite die klare Kante der Stadtmauer, dem gegenüber der grüne Wall des Glacis mit dem "einzigen niveaugleichen Zugang zum Künettegraben". Dazwischen: der Parkplatz mit den schönen Kastanien. Es dürfe mit einem Parkdeck "auf keinen Fall eine zweite Kante entstehen", so die Stadtbaurätin.

Es gelte auch zu beachten, dass im Untergrund mächtige Reste der Kaponniere des Kavaliers Preysing ruhen. Aber es gebe Möglichkeiten, ein kleines Parkhaus zu bauen. Preßlein-Lehle favorisiert die Variante "Am Wall": Es sieht an einer weitgehend bodendenkmallosen Stelle auch Parkplätze in der Tiefe vor. Die Baumasse würde damit nicht zu sehr in Erscheinung treten, die Decke des Parkhauses wäre als Freifläche für Sport oder Freizeit nutzbar. Mögliche Kapazität: 120 bis 250 Parkplätze.

"Das ist ein bisschen wenig", hieß es im Gremium. Wenn man dort ein Parkdeck wolle, müsse man leider einiges in Kauf nehmen. Peter Springl (FW) rät, bei Parkraumoffensiven auch Festungen zu schleifen. Nicht jedes Relikt im Boden "ist für uns sakrosankt". Wenn man das anfange, dürfe man in Ingolstadt nirgendwo mehr bauen. "Denn irgendwas findet man immer."

Von Christian Silvester